Hohe Wohnkosten treiben Pendler weiter ins Umland

Immer mehr Beschäftigte nehmen längere Wege zur Arbeit in Kauf.
2025 arbeiteten bundesweit rund 20 Millionen sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte nicht an ihrem Wohnort. Das waren rund 50.000
mehr als im Jahr zuvor. Etwa 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort.
Besonders deutlich zeigt sich diese Entwicklung in den deutschen Großstädten.
Nach einer Auswertung des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und
Raumforschung (BBSR) kamen 2025 rund sieben Millionen Beschäftigte aus
anderen Gemeinden zur Arbeit in eine der 80 deutschen Großstädte. Das
entspricht knapp der Hälfte aller dort Beschäftigten.
Ein Grund dafür ist die angespannte Situation auf den Wohnungsmärkten
der Metropolen. Hohe Mieten und gestiegene Immobilienpreise erschweren
es vielen Menschen, in unmittelbarer Nähe ihres Arbeitsplatzes zu wohnen.
Wer sich das Wohnen in der Stadt nicht leisten kann oder beim Kauf
einer Immobilie an finanzielle Grenzen stößt, weicht zunehmend auf weiter
entfernte Wohnstandorte aus. Dafür werden längere Arbeitswege in Kauf
genommen.
München weist die höchste Zahl an Einpendlern auf. 461.400 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigte kamen 2025 von außerhalb zur Arbeit. Es
folgten Frankfurt am Main mit 422.500, Hamburg mit 402.100, Berlin mit
400.000 und Köln mit 319.900 Einpendlern.
Auch die durchschnittlichen Entfernungen zwischen Wohn- und Arbeitsort
haben zugenommen. Der einfache Arbeitsweg lag 2025 bundesweit bei 17,3
Kilometern. Rund 7,29 Millionen Beschäftigte hatten einen Arbeitsweg von
mehr als 30 Kilometern. Bei 4,10 Millionen waren es mehr als 50 Kilometer.
Besonders lange Wege weisen unter anderem Landkreise im Umfeld wirtschaftsstarker
Zentren auf.
Die Entwicklung zeigt, dass sich Wohn- und Arbeitsort zunehmend voneinander
entfernen, wenn bezahlbarer Wohnraum in den wirtschaftlich
attraktiven Städten knapp ist. Für Haushalte kann ein Wohnort im weiteren
Umland dadurch zu einer Alternative werden, wenn dort Immobilien oder
Wohnungen noch erschwinglicher sind. Gleichzeitig steigt mit der Entfernung
die Bedeutung einer guten Verkehrsanbindung.


