Kleine Wohnungen: Warum die Nachfrage weiter wächst

Kleine Wohnungen gehören zu den gefragtesten Segmenten des deutschen
Wohnungsmarktes. Ob zur Miete, zur Eigennutzung oder als
Kapitalanlage – die Nachfrage steigt seit Jahren kontinuierlich. Verantwortlich
dafür sind vor allem der demografische Wandel, veränderte
Lebensmodelle und die wachsende Zahl kleiner Haushalte.
Während im Jahr 1871 noch durchschnittlich 4,6 Personen in einem Haushalt
lebten, hat sich die Haushaltsstruktur grundlegend verändert. Heute
besteht mehr als jeder fünfte Haushalt aus einer Einzelperson. Ihr Anteil
stieg von 34 Prozent im Jahr 1994 auf über 42 Prozent im Jahr 2024, in den
Großstädten sogar auf rund 55 Prozent. Gründe dafür sind unter anderem
die steigende Lebenserwartung, spätere Familiengründungen, mehr Scheidungen,
längere Ausbildungszeiten sowie eine höhere berufliche Mobilität
und finanzielle Unabhängigkeit.
Besonders in Ballungsräumen trifft die hohe Nachfrage auf ein knappes
Angebot. Gesucht werden vor allem bezahlbare Wohnungen mit einer
Wohnfläche von etwa 35 bis 55 Quadratmetern. Zwar entstehen inzwischen
wieder mehr kleine Wohnungen, häufig handelt es sich jedoch um Micro-
Apartments. Diese eignen sich vor allem für Studierende, Berufspendler
oder Menschen mit einem zeitlich begrenzten Wohnbedarf. Für dauerhaftes
Wohnen sind sie dagegen oft zu klein oder aufgrund ihrer All-inclusive-Mieten
vergleichsweise teuer.
Der aktuelle Marktreport der Initiative Micro-Living zeigt, dass sich der
Markt weiter ausdifferenziert. Neben klassischen Micro-Apartments gewinnen
größere und flexibel nutzbare Wohnkonzepte an Bedeutung. Besonders
gefragt sind Angebote für Singles, Young Professionals und Berufspendler,
die modernes Wohnen mit zusätzlichen Serviceleistungen verbinden. Für die
Jahre 2026 bis 2028 erwarten Marktteilnehmer zudem weitere Mietsteigerungen.
Fazit: Kleine Wohnungen bleiben auf absehbare Zeit ein knappes Gut. Die
Zahl der Ein- und Zweipersonenhaushalte wächst weiter, während der
Wohnungsneubau den Bedarf nicht decken kann. Wer funktionale und
bezahlbare Wohnungen entwickelt oder in dieses Marktsegment investiert,
profitiert deshalb langfristig von einer stabil hohen Nachfrage.


