Wärmewende: Akzeptanz hoch – Umsetzung stockt

Die Unsicherheit bei Fragen zur der Wärmewende bremst Hauseigentümer
bei der Umsetzung aus. Die größten Hemmnisse betreffen finanzielle
Belange sowie die Unklarheit der politischen Vorgaben und bei den
Förderbedingungen.


Das zeigt der Trendreport Wärmewende 2026, für den im März 2026 rund
4.000 Hauseigentümern befragt wurden. 93 Prozent halten den Ausbau
erneuerbarer Energien für wichtig, 86 Prozent befürworten den Ersatz veralteter
Heizsysteme. Fast die Hälfte der Befragten hat in den letzten zwölf
Monaten Sanierungsmaßnahmen umgesetzt, weitere 15 Prozent planen
Investitionen. Besonders gefragt sind Photovoltaikanlagen und Wärmepumpen.
Doch obwohl sich fast alle Befragten bereits mit diesen Technologien
beschäftigt haben, zögern viele bei der Umsetzung. 62 Prozent fühlen sich
durch wechselnde politische Rahmenbedingungen verunsichert.


Rund 75 Prozent der Gebäude in Deutschland wurden vor Inkrafttreten der
ersten Wärmeschutzverordnung errichtet. Um diese enorme Zahl an Immobilien
energetisch zu modernisieren, benötigen Wohnungsunternehmen,
Kommunen und private Immobilieneigentümer belastbare Entscheidungsgrundlagen.
Energetische Sanierungen gelten als zentraler Hebel für mehr
Klimaschutz im Gebäudesektor. Die Vorbereitung entsprechender Maßnahmen
ist jedoch meistens aufwendig.


Anfang Mai hat die Bundesregierung einen neuen Referentenentwurf vorgelegt,
der mehr Klarheit bringen soll. Das Bundeskabinett hat den Entwurf
für das neue Heizungsgesetz, das nun Gebäudemodernisierungsgesetz
(GModG) heißt, beschlossen. Danach soll beim Austausch einer Heizung die
Entscheidung über die Heizungsart grundsätzlich wieder beim Eigentümer
liegen. Neben Wärmepumpen, Fern‑ und Nahwärme, Biomasse‑ und Hybridheizungen
sollen auch Gas‑ und Ölheizungen eingebaut werden können.
Mit dem Gesetz sollen unter anderem der Heizungstausch vereinfacht und
neue Spielräume bei der Wahl von Heizsystemen geschaffen werden.


Mehr Flexibilität und eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz sind wichtige
Voraussetzungen, um die Modernisierung des Gebäudebestands voranzubringen.
Problematisch bleibt das Gesetzespaket jedoch für Vermieter. Sie
sollen künftig die Mehrkosten, die beim Betrieb einer neuen Gasheizung
entstehen, zur Hälfte übernehmen.

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