Weiter wohnen wie gewohnt?



Wie wir wohnen, ist eine sehr individuelle Angelegenheit, hängt aber
auch von den tatsächlich vorhandenen Möglichkeiten ab. Es geht um
Verfügbarkeiten, Arbeitsplätze, Infrastruktur und nicht zuletzt darum,
was bezahlbar ist.


Wie verändert sich Wohnen in Zeiten multipler Krisen? Welche Wechselwirkungen
bestehen zwischen gesellschaftlichem Wandel und der materiellen
Gestaltung von Architektur, Quartieren und Infrastrukturen? Diesen Fragen
widmet die Tagung „Weiter wohnen wie gewohnt? Gesellschaftliche Transformation
und räumliche Materialisierung des Wohnens“ an der Bauhaus-
Universität Weimar.


„Wohnen ist ein zentraler Ort gesellschaftlicher Aushandlung“, betont Prof.
Dr.-Ing. Barbara Schönig, Professorin für Stadtplanung. „Wenn wir sozial,
ökologisch und räumlich gerechte Lösungen entwickeln wollen, müssen wir
die komplexen Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen Dynamiken
und baulich-räumlichen Strukturen genauer verstehen.“ Mit der Tagung
stärkt die Bauhaus-Universität Weimar den Austausch zwischen Forschung,
Politik und Praxis.


Wie können Einfamilienhaussiedlungen klimaneutral werden und zugleich
dringend benötigter Wohnraum entstehen? Mit dieser Frage beschäftigt
sich ein anderes Forschungsprojekt: Unter dem Motto „Transformation von
Einfamilienhausgebieten (EFH-Trafo)“ startete bereits im Februar 2026 ein
Verbundprojekt an der Hochschule Biberach (HBC)t. „Die Wärmewende im
Bestand gelingt nur, wenn wir Technik, Wirtschaftlichkeit und soziale Fragen
zusammendenken“, betont Prof. Dr. Katrin Schaber von der Uni Biberach.


Denken, planen, handeln – und zwar alles gleichzeitig. So könnte der „gewohnte
Wandel“ beschrieben werden. Denn die aktuellen Erfordernisse im
Städtebau greifen ineinander. Beispielsweise nutzen viele Bürger im städtischen
Raum immer noch täglich das Auto, obwohl attraktivere Alternativen
möglich wären. Anstrengungen auf lokaler Ebene sind entscheidend, um
Verbesserungen zu erzielen. Auf diese Weise lassen sich Staus vermeiden,
eine bessere Luftqualität und eine insgesamt bessere Lebensqualität
erreichen. Verbesserungen sind möglich – dazu muss man vom Denken ins
Handeln kommen.

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